Montag, 20. Juni 2011

Mein erstes Tutorial - ein rostiges Fass

Eins vorab: diese Anleitung ist nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern vielmehr ein Leitfaden für eine von vielen Möglichkeiten.

Verwendete Materialien:
- Tamiya XF69 Nato Black
- Vallejo Model Color 872 "chocolate brown" alternativ 871 "leather brown"
- Vallejo Model Color 814 "burnt cadmium red" alternativ 846 "mahagony brown"
- Vallejo Model Color 981 "orange brown"
- Vallejo Model Color 888 "olive grey"
- Vallejo Model Color 816 "sand yellow"
- verschiedene Pigmente in Rostfarben (z.B. Terra di Siena gebrannt, französischer Ocker, Venetianischrot, italienisch, Rebschwarz)
- Balea Haarspray (Extra starker Halt)
- Salz (grob/fein, sofern vorhanden)

Diese Angaben sind natürlich nicht bindend, sondern dienen lediglich als Referenz für die verwendeten Farben.

1. Schritt – Grundieren
Das Fass wurde von mir in Nato Black von Tamiya grundiert um für die folgenden Farbschichten eine gute Haftung zu gewährleisten. Zudem passt es recht gut, sollten sich doch mal die nachfolgenden Farbschichten bis zur Grundierung lösen. Die Grundierung sollte trocken sein, bevor es weitergeht (für die Eiligen empfehle ich den Fön ).



2. Schritt – Verrosten
Zuerst erhielt das Fass eine Schicht 872 (Schoko-Braun). Anschließend sprühte ich stellenweise 814 (burnt cad.red) in Flecken auf – hier aber nicht deckend, sonst wird es zu dominant. Darauf habe ich dieses Mal mit der Schwamm-Technik 981 (orange braun) getupft, mal flächiger, mal nur vereinzelt.





Dann trug ich vereinzelt noch diverse Pigmente entsprechend der bereits vorhandenen Farbe mit einem feuchten Pinsel auf – diese wurden auch wieder aufgetupft, damit eine rostähnliche Struktur entsteht.



Das kann man natürlich so stark machen, wie man möchte, ich habe mich dabei allerdings zurückgehalten, denn schließlich sollte man den Maßstab nicht vergessen.
Außerdem sieht man eher selten grobe Roststrukturen auf Fässern, wieso auch immer. Als Referenz hierfür diente mir folgendes Bild:


Quelle: www.flickr.com

3. Schritt – Gib Salz!
Bis hierhin konnte man sich noch Zeit lassen, aber was jetzt folgt, sollte man nach Möglichkeit innerhalb weniger Stunden machen, sonst könnte es nicht mehr funktionieren.
Jetzt wird nämlich alles schön mit Haarspray eingenebelt, bis das Fass feucht ist – aber nicht nass, sonst gibt es im schlimmsten Fall unschöne Nasen. Nicht erschrecken, wenn die Farben sich verändern, das gibt sich nach dem Trocknen. Dann habe ich Salz aufgestreut, wieder mal mehr, mal weniger flächig. Man sollte dabei idealerweise grobes Salz mit feinem mischen, das gibt ungleiche Strukturen – ich hatte allerdings nur feines Salz zur Hand. Wenn alles passt, wieder Haarspray drüber und anschließend trocknen lassen.





4. Schritt – mach mich bunt!
Dann, wenn alles schön getrocknet ist, kommt Farbe in's Spiel – dabei kann man natürlich nehmen, was man möchte – in meinem Fall war es 888 (oliv-grau), was ich allerdings noch ein wenig aufhellte mit 816 (sandgelb). Und auch hier wieder – trocknen lassen.



5. Schritt – jetzt wird gerieben
Jetzt wird es spannend – das Salz kommt wieder runter. Ich habe dafür härtere Pinsel und meine Finger benutzt, denn teilweise wird das Ganze doch recht hart. Aber immer darauf achten, dass man nicht ausversehen zu wild an die Sache rangeht und alles inkl. Grundierung runterholt. Theoretisch, je nachdem wie man es mag, könnte man an dieser Stelle aufhören, muß man aber nicht.





Wer mag, schnappt sich einen feuchten Pinsel und weicht die obere Farbe auf. Don't panic, wenn es nicht direkt abgeht, je nachdem kann es ein wenig dauern, bis sich die obere Farbschicht löst. Beginnt sich die Farbe abzulösen, kann man die Schicht schon fast wegschieben, so leicht geht es. Das erfordert vielleicht ein wenig Feingefühl, lässt sich aber recht gut kontrollieren. Am Ende kann es dann so aussehen:





So - ich hoffe, ich konnte alles halbwegs verständlich erklären - falls nicht, einfach fragen.
Und jetzt ran ans Werk. ;-)

Gruß,
Markus

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